Positionspapier der BuFaK WiSo zu Studienreform im Rahmen des Bologna-Prozesses insbesondere zu Bachelor- und Masterstudiengängen

1.Bachelor
Die BuFaK WiSo befürwortet den Bachelor als einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss in wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Studiengängen. Der Bachelor sollte eine breite Grundlagenbildung mit anfänglicher Spezialisierung sowie Soft-Skills vermitteln. Insbesondere bezüglich der Spezialisierung sollte es ein breites Angebot an Wahlmöglichkeiten geben.
2.Master
Die BuFaK WiSo fordert, dass alle Bachelorabsolventen die Möglichkeit erhalten, sich in einen Masterstudiengang einzuschreiben. Hierbei muss sichergestellt werden, dass der Übergang ohne Unterbrechung geschieht. Bei der Zulassung zum Master darf nicht zwischen Uni- und FH-Bachelor-Abschlüssen unterschieden werden. Masterstudiengänge sollen zwar eher anwendungs- oder forschungsorientiert sein, jedoch das jeweils andere Element berücksichtigen. Sowohl ein Spezialmaster als auch ein allgemeinausgerichteter Master können sinnvoll sein.
In der Frage der Studienfinanzierung der Bachelor-/Masterstudiengängen ist die BAföG- Zahlung bis zum ersten Masterabschluss auch bei nicht konsekutiven Masterstudiengängen zu erhalten.
Sowohl bei Bachelor- als auch bei Masterstudiengängen muss sichergestellt werden, dass eine Vielfalt von Prüfungsformen eine wissenschaftliche Auseinandersetzung garantiert.
3.Praxis- und Forschungsbezug
Falls Praktika verpflichtend vorgesehen sind, müssen diese inhaltlich ins Studium integriert und von der Hochschule begleitet werden. Die Unternehmen und die Hochschulen müssen sich miteinander abstimmen. Zudem sollen Lehrende ebenfalls ihre Forschungsergebnisse thematisieren und in das Studium mit einbinden.
4.Mobilität
Jedem Studierenden sollte die Möglichkeit gegeben werden, einen Studienabschnitt im Ausland zu verbringen. Dies ist durch Flexibilität des Curriculums und durch Finanzierungshilfen zu gewährleisten. Einen Pflichtaufenthalt im Ausland lehnen wir ab.
5.Internationalisierung
Bei einer internationalen Ausrichtung von Studiengängen sollten Lehrveranstaltungen in einen internationalen Kontext gesetzt werden. Hierbei reicht es nicht, deutsche Inhalte auf Englisch zu lesen.
Für eine Transparenz und internationale Anerkennung muss das Diploma Supplement und alle weiteren erforderlichen Unterlagen kostenlos ausgestellt werden.
6.Modularisierung
Die Ziele des Studiengangs müssen Ausgangspunkt der Konzeption der Module sein und ein roter Faden muss erkennbar sein. Sämtliche für das Studium relevante Veranstaltungen (auch Praktika, Planspiele, etc.) müssen durch ECTS-Punkte abgebildet werden. Eine kontinuierliche Workload-Erhebung ist für die Validierung des Workloads durchzuführen. Module und ECTS-Punkte müssen dabei so gestaltet sein, dass die Anrechnung von Studienleistungen im In- und Ausland unbürokratisch erfolgt.

Beschlossen bei der Winter-BuFaK in Paderborn (24.11.2013)