Forderung einer pluralisierten ökonomischen Bildung

Die Bundesfachschaftenkonferenz WiSo fordert eine pluralistischere Ausrichtung der ökonomischen Lehre. Sie fördert den regelmäßigen Austausch mit anderen Institutionen, die sich mit dem Thema „Theorien- und Methodenvielfalt in der Ökonomie“ auseinandersetzen. Die BuFaK WiSo appelliert an Entscheidungsträger*innen an den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten und Instituten bei der Neuausrichtung von Professuren und Reformen von Lehrplänen auf eine verstärkte Ausrichtung auf qualitative und vielfältige Methoden und Theorieschulen zu achten. Lehrende, die sich in ihren Veranstaltungen auf einzelne Denkschulen der Ökonomie beschränken, werden aufgefordert, ihre Zuhörer*innen darauf hinzuweisen. Die BuFaK WiSo erkennt die Bestrebungen von studentischen Initiativen und Lehrkräften an, die bspw. durch Lesekreise, Workshops und Konferenzen das Thema an ihren Einrichtungen auf die Tagesordnung bringen, und bietet ein Forum zur überregionalen Vernetzung und Informationsweitergabe. Den Studierenden muss im Laufe ihres Studiums die Möglichkeit gegeben werden, verschiedene Perspektiven einzunehmen, um einerseits einen differenzierten Blick auf die Welt zu gewinnen und andererseits kritische Debatten über einen Pluralismus der Theorien und Methoden anzuregen.

Darüber hinaus erhoffen wir uns, dass durch eine breiter angelegte Lehre eine reflektiertere Entscheidungsgrundlage für den beruflichen Alltag erlangt werden kann. Gerade für Studierende der Ökonomik wäre es wichtig, sich mit unterschiedlichen Perspektiven und Ideen auseinanderzusetzen. Um aussagekräftige Prognosen erstellen zu können, bedarf es eines Wissens über verschiedene theoretische und methodische Ansätze und eines interdisziplinären „Blicks über den Tellerrand“. Reflexion oder kritisches Hinterfragen der erlernten Konzepte finden im bisherigen Curriculum der unterschiedlichen Hochschulen selten oder gar nicht statt. Die meisten Studierenden der VWL verlassen die Universität, ohne jemals von anderen als den neoklassischen Erklärungsansätzen gehört; geschweige denn diese erlernt zu haben. Es muss jedoch das Ziel sein, bereits im Grundstudium ein reflektiertes Denken über Theorien und Methoden zu fördern und dies auch durch eine interdisziplinärere Ausrichtung der Lehrpläne und –veranstaltungen zu verstärken. Hierfür soll die BuFaK WiSo auch weiterhin als ein niederschwelliges Forum für interessierte und engagierte WiWi-Studierende dienen und in Form von Workshops und Barcamps eine Informations- und Vernetzungsplattform anbieten.

Beschlossen auf der Sommer-BuFaK in Dresden (03.05.2015)

Bestätigt auf der Winter-BuFaK in Nürnberg (08.11.2015)

Aktualisiert auf der Sommer-BuFaK in Bremerhaven (04.06.2016)