Exzellenzinitiative

Die Bundesfachschaftenkonferenz der Wirtschafts- und Wirtschaftssozialwissenschaften spricht sich gegen die Exzellenzinitiative (oder auch Exzellenzstrategie oder Exzellenzcluster) aus. Die Gründe werden im Folgenden erläutert:

  • Die Förderung einzelner Universitäten durch die Exzellenzinitiative ist nicht nachhaltig, es werden aufgrund dieser Förderung keine permanenten, sondern nur befristete Stellen in den einzelnen Universitäten geschaffen.
  • Die Wettbewerbsorientiertheit der Exzellenzinitiative steht flächendeckenden Forschungskooperationen entgegen
  • Die Einheit von Forschung und Lehre wird durch die Exzellenzinitiative gefährdet, durch sie tritt die Forschung in den Vordergrund und die Qualität der Lehre wird nur sekundär oder gar nicht betrachtet.

2016 wurde die Exzellenzinitiative I evaluiert, wobei offensichtlich wurde, dass sich insbesondere im Bereich “Akademischer Nachwuchs” das System der Exzellenzinitiative sich nicht nur nicht positiv, sondern sogar kontraproduktiv auswirken kann.

Durch die Schaffung von befristeten Stellen wird der akademische Nachwuchs nicht gefördert, sondern vielmehr werden Akademiker für die freie Wirtschaft ausgebildet. Dies ist der Förderung der Forschung und Lehre an einer Universität nicht zuträglich. Die Veränderung durch die zweite und dritte Runde der Exzellenzinitiative konnte die oben genannten negativen Punkte nicht oder nur wenig verbessern.

Grundsätzlich erfreulich ist, dass es so zumindest ein Stück weit funktioniert, Gelder vom Bund in die Länder bzw. Direkt in die Hochschulen zu leiten. Diesen Weg grundsätzlich auch in Zukunft zu beschreiten, ist unter anderen Bedingungen durchaus vernünftig. Dabei sollen zunächst exzellente, herausragende oder vorreitende innovative Lehrprojekte gefördert und unterstützt werden – vielmehr noch sollten eben diese Projekte die längst notwendige Anerkennung erhalten.

Langfristig gilt es jedoch, die Hochschulen in ihrer Gänze durch den Bund – gezielt – zu fördern und zu unterstützen, jedoch nicht gezielt einzelne Leuchttürme herauszubilden, die wiederum in ihrer Gänze nicht zwingend exzellent sind. Dabei ist eine Unterstützung einzelner exzellenter Projekte oder langfristiger entfristeter Stellen durchaus möglich, zielt dann dennoch trotzdem auf eine breite Masse der Hochschulen ab und schafft viel mehr Anreiz, da die Chancen auf eine Förderung steigen.

Die Bundesfachschaftenkonferenz der Wirtschafts- und Wirtschaftssozialwissenschaften spricht sich daher gegen die Exzellenzinitiative in ihrer aktuellen Form aus und fordert alle Fachschaftsräte auf, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich aktiv in mögliche Debatten über die Bewerbung ihrer Hochschulen einzubringen.

 

 

Verabschiedet auf der Winter-BuFaK 2017 in Ansbach